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Die Hoffnung muss mal an die frische Luft…

Salut und viele lebens.verbundene Grüße von den Schwarzwaldhöhen!

Da melde ich mich wieder zu Wort. Die Bundestagswahlen liegen nun schon ein paar Wochen zurück – so ungefähr eine ganze lebens.verbunden-Post-Länge – und noch mehr ungefähr seitdem beschleicht mich ein permanentes Lockenkopfrauschen der etwas anderen Art. Um ehrlich zu sein: Meine Hoffnung ist leicht angekratzt. Und auch der Boden, auf dem ich bisher eigentlich mehr oder weniger sicher und fest stand, weist Unebenheiten und Schlaglöcher auf, die nicht unbedingt für einen immerfesten und ausgewogenen Stand sorgen. Und das liegt definitiv nicht nur an der Grippe, die zur weitfliegenden Pollenflugsaison der Überzeugung war, auch mal noch gerade Hallo sagen zu wollen. Und – um den Bogen zur letzten lebens.verbunden-Post zu schlagen: Ich kann derzeit gar nicht so viel Kranzkuchen essen wie ich k***** könnte. Gott sei Dank ist gerade eh Fastenzeit…

Nun haben wir also blau auf weiß den Rechtsruck auch in Zahlen vor Augen geführt bekommen. Und für alle da draußen, die es immer noch verdrängt oder beiseite geschoben haben: Nein, es ist kein ostdeutsches Problem. Und Doppelnein: Es ist keine Alternative. Ausrufezeichen hoch drei! Auch hier – und nur mal so nebenbei erwähnt: Ebenfalls an der Grenze und zwar ganz nah an Schengen, das sich gerade auf das 40. Jubiläum des Schengen-Abkommens im Juni vorbereitet. So mit offenen Grenzen und Europa und so. Es treibt mich um, es macht mich oft wütend, es macht mich mehr als fassungslos. Und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich durch die Straßen gehe oder im Supermarkt an der Kasse stehe und mich im Stillen frage, wer hier in meinem direkten Umfeld denn bitteschön zu diesen Wähler*innen gehört. Vielleicht ist es aber auch besser, es gar nicht so ganz genau zu wissen… Und dann werde ich nachdenklich und spüre, dass das, was Populisten bezwecken, auch hier Gefahr zu laufen droht: Spaltung. Die da und wir hier. Ich bin ratlos.

Nie wieder. Ziemlich lange war ich der Auffassung, dass sich der Holocaust nicht noch einmal wiederholen wird. Im Moment braucht es ziemlich viel Zuversicht und noch mehr gestütztes Miteinander, um an dieser Hoffnung festzuhalten. Und den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren, sondern standhaft zu bleiben. Wie bin ich froh, dass ich gerade für ein paar Tage zurückgezogen in jahrhundertealten dicken Klostermauern auf fernen Schwarzwaldhöhen Ausbildungszeit genießen darf und Weltennachrichten hier nur sehr dosiert an-kommen. Durchatmen. Aufatmen. Neu erden.

Und die Hoffnung? Die muss mal an die frische Luft. Zu lange saß sie allein zuhause in den letzten Monaten. Sie hatte sich auf dem Sofa eingemümmelt und die Decke bis über beide Ohren gezogen, um ja nicht alle Irrweltennachrichten mitzubekommen. Das Wetter war eh meist bewölkt und sie hatte nur wenig Lust, sich groß zu bewegen. Die Wollmäuse fanden das übrigens großartig – und haben ihr zu Ehren einen Hausball gefeiert. Nun ja – mit dem begonnen Frühling wird auch die Hoffnung hoffentlich wieder aufblühen. Was sie da draußen an der frischen Luft so alles erlebt hat? Lest und seht selbst!

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So – wie ihr gesehen und gelesen habt, war die Hoffnung nicht nur in und hinter den Mauern, sondern auch an der frischen Luft unterwegs. Dieses Mal bilder- als wortreicher. Weil manchmal die Worte erstmal ihren Weg finden müssen und das Zeit braucht.

Die Hoffnung war übrigens sehr angetan von allerlei aufblühenden Frühlingsblumen und hat ihren ersten Draußenkaffee im sonnengetränkten Straßencafé übrigens genossen. Und auch von den summenden Bienen im Franziskusgarten war sie ganz angetan. Es besteht also noch Hoffnung für die Hoffnung – auch, wenn das nicht immer gleich so ganz offensichtlich in der Sonne obenauf blüht und rumsummt. Oder an der Straßenlaterne klebt.

In diesem Sinne: Führt die Hoffnung spazieren und lasst den aufblühenden Frühling in Euer Sein hinein! Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden! Judith

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