Allgemein

  • Hoffnungsfrohe Weihnachten!

    winterlicher Sonnenuntergang auf der Morscheider Höhe

    Salut und viele liebe Grüße aus dem unteren Ruwertal,

    mit der 18. und letzten lebens.verbunden-Post im Jahr 2022 lasse ich nun noch einmal die Brieftauben quer durch die Lande fliegen. Die neue lebens.verbunden-Post erzählt von adventlichen Momenten, in deren Stille der Stift manches Mal über das Papier geflogen ist und geholfen hat, das Chaos im Lockenkopf zumindest ansatzweise zu sortieren – hier kannst du dich für die lebens.verbunden-Post anmelden und weiterlesen.

    Zugleich sende ich Euch auch meine Weihnachtsgrüße und ein Dankeschön für die Wegbegleitung durch das zurückliegende Jahr 2022. Ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen und verabschiede mich hiermit in eine ruhige und stille Auszeit über die Feiertage und zwischen den Jahren.

    Gipfelkreuz der Antoniusspitze in Südtirol

    Ein insgesamt erfahrungsreiches, bewegtes und turbulentes Jahr 2022 neigt sich langsam seinem Ende zu – Zeit, innezuhalten und zurückzuschauen. Für meine Weihnachtsgrüße habe ich das Gipfelkreuz der Antoniusspitze in den südtiroler Dolomiten gewählt. Nach meiner ersten Covid-Infektion war die Antoniusspitze der erste Gipfel in 2022, den ich mit einiger Mühe erklommen habe. Nach aller Anstrengung beim Aufstieg habe ich auf dem Gipfelplateau nicht nur einen unbeschreiblichen Weitblick über diese faszinierende Bergwelt genossen, sondern spürte seit langer Zeit auch zum ersten Mal wieder eine innerliche Weite und Freiheit mit nötigem Abstand zum Alltag. Menschwerdung.

    Das Gipfelkreuz inmitten der Stille der Berge zeigt zwei zur Versöhnung ausgestreckte und sich umfassende Hände – Einladung, Erinnerung, Zuspruch, Mahnung. Während der Bergexerzitien wanderten wir immer wieder auf dem Friedensweg entlang der ehemaligen italienisch-österreichischen Frontlinie des Ersten Weltkriegs. Meine Gedanken waren dabei oft bei den jungen Ukrainer*innen, die 2005 bei uns zu Gast waren – Anna, Oleg, Julija, Aleksij. Krieg in Europa – für mich auch Monate später immer noch unvorstellbare Realität, wie so vieles andere auf dieser Erde auch.

    Das Jahr 2022 lässt mich mit mehr Fragen als Antworten zurück – und hat mir deutlich vor Augen geführt, wie fragil diese Welt und das Zusammenleben auf ihr ist. Und wie anstrengend das Ringen um gemeinsame Antworten sein kann. Jede Auszeit in den Bergen, jeder Pilgerschritt war für mich ein Aufatmen, eine willkommene Abwechslung, ein Pausieren vom Weltengeschehen. Und im wahrsten Sinne des Wortes von oben auf die Dinge zu schauen, half mir manches Mal, diese mit Abstand zu betrachten und neu zu sortieren.

    Vieles hat mir im zurückliegenden Jahr zu einer tieferen Menschwerdung verholfen und mich Lebensverbundenheit spüren lassen. Zutiefst dankbar bin ich daher

    • für Freundschaften, die mich auch durch dieses Jahr 2022 getragen haben.
    • für Zusagen „Ich bin da für dich!“ – „Ich denke an dich!“ – „Ich glaube an dich!“
    • für Gespräche, die mich haben weiterblicken lassen.
    • für unerwartete Begegnungen & neue Menschen, die ich kennengelernt habe.
    • für Musikstunden, die mich in Berührung mit meinem Innersten gebracht haben.
    • für manche Irritation, die mich neu ins Nachdenken gebracht hat.
    • für jeden (Höhen)Meter, den mich meine Beine getragen haben.
    • für viel geschenkte Zeit, offene Türen und Tischgemeinschaften.
    • für gemeinsames Schweigen und all das, was sich nicht in Worte fassen lässt.
    • für so viel Post, die den Briefkasten gefüllt und mein Herz hat tanzen lassen.
    • für alle Unterstützung und Ermutigung, lebens.verbunden weiterzudenken.
    • …und nicht zuletzt für eine bestandene Bergziegenprüfung, in der ich – für mich unerwartet – über mich selbst hinausgewachsen bin.

      Neben all diesen wunderbaren Erfahrungen gab es in 2022 auch Herausforderndes: Momente, in denen es mir schwer fiel, eine Hand zum Frieden zu reichen und Lebensverbundenheit zu spüren; Momente, in denen ich Grenzen erfahren und akzeptieren lernen musste – auch körperliche; Momente, in denen die (An)Fragen in mir lauter wurden als meine bisherigen Antworten.

      Wohin mich mein Pilgerweg im neuen Jahr führen wird? – Ich weiß es nicht.

      Was mich weiter umtreiben wird? – Gewiss Fragen, die nach neuen Antworten suchen und eine Sehnsucht nach mehr Gerechtigkeit und Frieden auf dieser Welt.

      Worauf ich mich schon freue? – Auf Deine Wegbegleitung; auf Begegnungen, in denen Lebensverbundenheit und Menschwerdung spürbar und erlebbar werden; auf Neues, das da entdeckt und erlebt werden will.

      Dir und all den Menschen,

      denen Du Dich verbunden fühlst,

      wünsche ich von Herzen

      hoffnungsfrohe Weihnachten,

      viel Mut zur eigenen Menschwerdung

      und einen sanften Übergang

      in ein gesundes neues Jahr 2023!

      Bleib wohlauf und dem Leben verbunden,

      Judith

    • Benefizaktion 2022

      Weihnachtskarten- und Kalenderverkauf zugunsten der Not- und Katastrophenhilfe Schöndorf-Heddert

      Auch in diesem Jahr starte ich wieder eine Benefizaktion. Der komplette Reinerlös wird an den Verein „Not- und Katastrophenhilfe Schöndorf-Heddert“ e.V. gespendet. Der Verein wurde 2002 gegründet und feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Not- und Katastrophengebieten national und international zu helfen, besonders in der Ukraine und in Rumänien. Weitere Infos unter www.noka-ev.de.

      AKTUELL: NIKOLAUSMARKT AUF DER BURG HEID

      Am Samstag, dem 26. November 2022, öffnen sich ab 14 Uhr wieder die Tore der Burg Heid, welche zwischen Heddert und Lampaden liegt. Auch ich bin in diesem Jahr dort und werde meine Weihnachtskarten und Kalender vor Ort verkaufen. Kommt vorbei, genießt einen besonderen Einstieg in die Adventszeit und unterstützt die Arbeit der Not- und Katastrophenhilfe! Vor Ort ist ein Shuttleservice von Heddert, Schillingen oder Lampaden zum Markt und auch wieder zurück eingerichtet.


      UND HIER ALLE ARTIKEL IN DER ÜBERSICHT:

      Weihnachtskarten mit verschiedenen Motiven à 1,50 €uro

      Klappkarten mit Foto auf der Vorderseite (vgl. untenstehende Motive) und dem Text des Weihnachtsevangeliums auf der RückseiteDie Innenseiten der Klappkarten sind frei und bieten Platz für persönliche Weihnachtsgrüße. Format: DIN A6, gefalzt

      Wandkalender „jahres.reigen“ mit 12 großformatigen Alltagsmoment-aufnahmen, die durch die Jahreszeiten begleiten und zu Atempausen im Alltag einladen à 14,00 €uro

      Wandkalender mit Drahtheftung, inklusive Lochung zum Aufhängen; doppelseitige Monatsblätter mit großen Fotomotiven und Platz für Termine; Format: DIN A4, 28-seitig

      Wandkalender „zeiten.lauf“ mit 12 großformatigen Berg- und Meerbildern, die das Fernweh steigen lassen und die Urlaubsvorfreude wecken à 14,00 €uro

      Wandkalender mit Drahtheftung, inklusive Lochung zum Aufhängen; doppelseitige Monatsblätter mit großen Fotomotiven und Platz für Termine; Format: DIN A4, 28-seitig

      Du hast Interesse an den Weihnachtskarten und/oder Wandkalendern und möchtest die Benefizaktion unterstützen?

      Du kannst Deine Bestellung auf verschiedenen Wegen aufgeben:

      • über das Kontaktformular auf dieser Homepage,
      • per E-Mail an judith(at)lebensverbunden.com oder
      • telefonisch unter 0176 99 99 10 30

      Gib bei deiner Bestellung bitte die Kartenmotive und/oder den Namen des Kalenders, die Anzahl der Exemplare sowie die genaue Lieferadresse an. Im Anschluss erhältst du von mir eine Bestellbestätigung. Für alle Bestellungen gelten die Bestimmungen der AGBs von lebens.verbunden.

      Der Versand der Karten und Kalender erfolgt Ende November/ Anfang Dezember. Natürlich kannst Du Deine Bestellung auch persönlich abholen kommen.

    • ….Alles hat seine Zeit… oder: Wenn das Leben einen anderen Takt vorgibt.

      Guten Abend und ein herzliches Willkommen im November!

      Während das Oktoberkalenderblatt sich ganz leise verabschiedet hat, läutet der November nun gefühlt den Endspurt des Jahres 2022 ein. Mit der Zeitumstellung steht auch meine innere Uhr wieder mal Kopf und es braucht wie immer einige Tage, bis ich mich an den neuen Rhythmus und die frühe Dunkelheit am Abend gewöhnt habe. Bei gefühlt sommerlichen Temperaturen vor der Haustür soll frau irgendwie mal in dieser Jahreszeit ankommen…alles steht (Locken)Kopf! Naja. Fast alles. Jedenfalls ist nun die Zeit gekommen, die Teekiste und die Kakaovorräte zu plündern, auf Teelichtsuche zu gehen und den Tagen (und auch mir) einen ruhigeren Rhythmus zu gönnen – (nicht nur) die Brieftauben freuen sich!

      Beim Absenden der letzten Ausgabe der lebens.verbunden-Post hat mich schon dieses leise Gefühl beschlichen, dass sich da was anbahnt; der Schnelltest hat mir kurze Zeit später dann ein sehr deutlich-leuchtendes „Bingo, Sie haben wieder gewonnen!“ entgegengerufen.  Und als ob die OP-Nachwehen nicht schon gereicht hätten, gönnt frau sich dann noch eine zweite C-Phase – wer ko, der ko, lasset die Woche beginnen! Mit etwas Abstand (haha!) folgen hier die neuen Ein- und Ausblicke aus diesem so ganz anderen Oktober 2022:

      • Wenn so ziemlich alles weh tut, was frau so weh tun kann, selbst das bloße Rumliegen schmerzt und jeder Knochen frau namentlich begrüßt und brav seine Anwesenheit meldet – Autschn! Und wenn dann zur Krönung die farbenfrohen Blutergüsse einer OP noch nachklingen…über Nacht gealtert, aber um mindestens fünf Jahrzehnte!
      • Telefonische Krankmeldung – auch eine Erfahrung. Reicht für 2022.
      • Wenn irgendwo zwischen Kopfbrummen und Ohrensausen der Kreislauf leise beim Aufstehen winkt und frau unmissverständlich zeigt, dass er nicht da ist – zurück ins Bett!
      • Kein Hunger – und das will bei mir wirklich was heißen (wer mit mir unterwegs ist, weiß, was ein laufender Meter 85 alles essen kann 😊)! Müde. Durch. Punkt. Nachtn!
      • Einziger Trost in dieser zweiten C-Phase: Wenn die ganze Familie infiziert ist, muss zumindest niemand alleine in Quarantäne sitzen – willkommen im Projekt „Mehrgenerationen-Quarantäne-WG auf Zeit“!
      • Neuer Tag, neues Glück. Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
      • Mit einer Sprachnachricht von Klein-Patenkind am frühen Morgen sieht die Welt schon ein Stückchen besser aus.
      • Und dann dieses frühe Eichhörnchen, das schon des Morgens vom Saargau aufbrechend eine Kiste Walnüsse vor der WG-Tür abstellt – merci beaucoup!
      • Solidarisch unterwegs…gemeinsame Quarantänen lassen sich via Videokonferenz und Telefon deutlich besser aushalten. Und den Humor nicht gänzlich verlieren.
      • Lagerkoller, der Erste: Auf zum Briefkasten! Merke: Als Dorfkind ist selbst zu später Stunde der Gang durchs Dorf nicht begegnungsfrei möglich. Dann weiß auch gleich jede*r Bescheid…ah, ihr auch? Jo.
      • „Pö à Pö“ oder zu gut hochwälderisch: „Et gitt!“ Manchmal hilft nur noch Schokizufuhr in ziemlich kakaohaltigen Massen…merci, liebes A-Hörnchen!
      • Aus dem Kapitel „Herr Feidman und Frau Schwickerath“: Nach der ersten Begegnung im Kölner Weltjugendtags-Marienfeldmatsch mit 800.00 Menschen dachte frau, es wäre jetzt die Gelegenheit, endlich mal ein Konzert dem Alter entsprechend in etwas gesitteter Atmosphäre sitzend drinnen zu besuchen. Konzertkarten erstanden, Vorfreude wächst über mehrere Monate – und schon macht dir das ganze Vergnügen einen zweiten Strich durch die Rechnung. Danke auch…Irgendwie soll es wohl nicht sein.
      • …und dann liegt da morgens eine handsignierte CD im Briefkasten – nicht zu fassen! Auch große Patenkinder sind immer wieder für eine Überraschung gut – merci!
      • Ich kann euch sagen: Dauerkopfkreislauf ist noch anstrengender als so manches Kopfkino. Hätte frau nicht gedacht, ist aber so.
      • Tag X oder ein innerliches „Du hast so viele Berggipfel in diesem Sommer bestiegen, da wirst du ja wohl….“ – raus aus dem Bett!
      • Der erste Spaziergang über die Hochwaldhöhen gleicht einem Kuraufenthalt. Erste Erkenntnis: Landluft – der Riechsinn funktioniert, aber sowas von. Zum Glück!
      • Ganz schön hell draußen…Hatschiiii! Und aufs Naseputzen folgt ein Kreislaufkarussell – da wird frau ganz schön was geboten im Kuraufenthalt!
      • Und die sanften Hochwaldhügel fühlen sich eher wie 3000er an…Maach mällisch, Känd!
      • Der Briefmarkenverbrauch wächst – ein ziemlich deutliches Anzeichen dafür, dass es aufwärts geht.
      • Die Druckereifachsprache übersteigt trotzdem mein Denkvermögen, die Kopfrädchen sind noch nicht richtig in Gang. So oder so ein Plädoyer für mehr Leichte Sprache.
      • Und wenn Klein-Patenkind frau dann noch beim Kindergartenpuzzlespiel abzockt und als eindeutiger Gewinner vom Spieltisch zieht, weißte Bescheid!
      • Das kann nur an der Kraft der Superhunde liegen, wie mir Klein-Patenkind ziemlich ausführlich versichert hat. Alles klar. Auch eine ernstzunehmende Theorie.
      • Sonntagnachmittag-Kurzzusammenfassung eines Spielmarathons: „Godi, der Papa fuddelt!“ Und die WG schnuddelt…
      • Darauf noch eine Klaviersession mit Klein-Patenkind: „Alle meine Entchen schnuddeln….ähm schwimmen auf dem See…“. Natürlich mit patenkindscher Sus4-Akkorduntermahlung.
      • Und dann will da ja auch noch Lego gespielt werden und das böse C mit der Kraft der Superhunde im Turm eingesperrt werden. Kreativer Lösungsansatz.
      • Raus an die frische Luft: Adieu, liebe Wildgänse! Habt einen guten Flug und kommt gesund schnatternd (nicht schnuddelnd) wieder!
      • Apfelmuskochprojekt oder „die Eimer leeren sich einfach nicht“. Die Einzige, die hier wirklich in Normaltempo zu arbeiten scheint, ist die Flotte Lotte.  
      • „Schon wieder Schnuddel!“ – wie schön, dass es in den Tagen, in denen hier niemand mehr weiß, welchen Wochentag wir eigentlich haben, Klein-Patenkind den roten Faden im regelmäßigen Takt wieder aufgreift.
      • Auch die verrückteste Quarantäne ist dauerhaft keine Lösung. Wird Zeit, dass sich das Mehrgenerationenprojekt seinem Ende zuneigt…Habe fertig!
      • …und habe DANK für so viel Post, care-Pakete, Lebenszeichen, Ablenkung und „Ich bin für dich da!“

      Nach so viel innerem und äußerem Lagerkoller wird es höchste Zeit für neue Perspektiven – und für ein bisschen mehr Hoffnungsschimmer in diesen kürzer werdenden Tagen: „Brich auf, mein Herz und wandre!“

      Auch in diesem Jahr laden wir zu einem gemeinsamen Weg durch den Advent ein,

      Weitere Infos und Anmeldung unter https://eveeno.com/hoffnungsschimmer

      Und was gibt’s sonst noch Neues von lebens.verbunden?

      Die Benefizaktion ist angelaufen und die ersten Bestellungen trudeln ein! Ich freue mich, wenn ihr die Benefizaktion auch in eurem Freundes- und Bekannten-kreis teilt und die Werbetrommel rührt – danke vorab dafür! Vorbestellungen nehme ich gerne bis Ende November an.

      …und schon mal zum Vormerken:

      Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause findet in diesem Jahr endlich wieder der Nikolausmarkt auf der Burg Heid zwischen Heddert und Lampaden statt. Am Samstag, 26. November, öffnen sich ab 14 Uhr die Tore der kleinen Burg mit vielen bunten kleinen Markständen. Dort könnt ihr auch meine Karten und Kalender erwerben.

      Ich wünsche euch ruhige Novembertage mit viel Zeit für die Menschen und Dinge, die euch wichtig sind – bleibt wohlauf und dem Leben verbunden! Judith

    • ….von herbstlichen Farbstürmen, einem Herrn Deuter samt Gefolge und nicht ganz so scheuen Reben….

      Salut und viele liebe Grüße aus dem derzeit oberen Ruwertal! Egal, ob mit “Doppelwumms” oder ohne – der Herbst in Form des goldenen Oktobers hat nun endgültig auf den Hochwaldhöhen Einzug gehalten und ist nicht mehr zu leugnen. Während die Wälder draußen ihre schönste Farbenpracht in der Herbstsonne zeigen und Gute-Laune-Freuden versprühen, feiere ich derweil meine ganz persönliche Farbenpracht zuhause: Nachdem das durch und durch leuchtend intensiv-OP-Orange langsam an Farbe nachlässt, erstrahlt mein Bein in diversen Farbtönen der Farbpalette von grün bis blau, dazu tieflila mit vielfältigen Farbzwischentönen…..ein wahres Kunstwerk! Nach eingehender Inspizierung mit fachgerechtem Blick und vollauf interessierter Begutachtung der verschiedenen Wundpflaster in allen möglichen Formen und Größen war die Diagnose von Klein-Patenkind nach dem ersten Krankenbesuch ziemlich eindeutig: “Aua!” Diese Diagnose liegt tiefgründig richtig; und dies in einer Sprache, die auch ich verstehe, werter Herr Oberarzt!

      Nun denn – mühsam ernährt sich das Einhörnchen…. Während die Blutergüsse wachsen, humpel ich von Tag zu Tag in kleinen Schrittchen weiter und die Vorfreude auf einen ersten größeren Spaziergang ohne Schmerzen wächst. Derweil übe ich mich in Geduld (die Paradedisziplin lässt grüßen!) und nehme euch mit auf eine Reise, die erst einige Wochen her ist – viel Freude beim gedanklichen Mitwandern!

      Es war einmal in einem gar nicht so unbekannten Land in unserer Zeit, als sich eine kleine Gruppe hochwäldlerisch-musikalischer A- und B-Hörnchen anlässlich eines so ziemlich runden Doktorinnen-Geburtstages auf den Weg in das klingende Münster des Pfälzer Waldes machte, um dort ein Wochenende lang wandernd ihrer Mission zu folgen. Auf breiten und nicht ganz so breiten Straßen führte der Weg sie bis an ihr Ziel – ein Stiftsgut alter Gemäuer sollte ihre Wohnstatt für die kommenden Tage sein. Kaum hatten sie ihr Schlafgemach im Oberhaus gefunden, zog es sie auch schon hinaus, um ihren Orientierungssinn zu schärfen und ihm freien Lauf zu lassen. Sie wandelten entlang des Klingenbachs, schlenderten vorbei am Fuchsbau durch verwunschene Gärten und verschlafene Gässchen und querten mit etwas Abenteuerlust die ach so dicht befahrene Straße des kleinen Dörfchens.

      Alsbald sammelten sie sich in größerer Runde im Klosterhof und wagten den ersten Anstieg durch das Dickicht hinauf zur Burg – (Abend)Essen gehen bekam für so manches A- und B-Hörnchen unter ihnen eine ziemlich wortwörtliche Bedeutung. Kaum erreichten sie die Anhöhe ihres Abendziels, landeckten sie und es eröffnete sich ihnen ein wunderbarer Weitblick in der Dämmerung des Abends, der ihren Blick in die Ferne der Weinberge, alsbald später in die Tiefe des Weinglases schweifen ließ. Während der Deuter unter ihnen unbedingt einmal im Kerker Probesitzen wollte, suchten seine Follower den ritterlichen Donnerbalken auf und froren arg mittelalterlich. Wärmende Obhut für die nächsten Stunden gewährte ihnen die Schänke, auch ohne Oberschienen. Nachdem das Navi der noch Suchenden im dritten Anlauf ohne Postleitzahl überlistet werden wollte, nahm nun denn auch der Rest vom Fest an der nicht mehr ganz so ritterlichen Tafel Platz und es wurde aufgetischt. Und so saßen sie in guter Stube, aßen und tranken und erzählten von ihren Reisen und Erlebnissen und beschlossen ihr Mahl mit einem süßlich geflammten Kuchen. Zu nächtlicher Stunde brachen sie dann auf, warfen einen lieblichen Blick auf den noch ausstehenden gezwegtschten Kuchen und begaben sich auf Umwegen zurück ins Tal hinab in das Stiftsgut. Nachdem sie die richtige Pforte gefunden hatten, legten sie sich danieder und ruhten aus von den Erlebnissen des Tages. Hage Mondn, Nachtn!

      Und wie es auf Reisen desöfteren so sein mag, erwachten einige von ihnen am nächsten Morgen nicht erst vom Rufen des Weckers, sondern ließen sich bereits bei munterem Glockengeläut aus dem Bett gleiten und schlurften treppenhausabwärts, dem Duft des morgendlichen Kaffees entgegen. Alsbald war die Gruppe sodenn wieder beisammen, erfreute sich op des inklusiven Frühstücksbuffets mit unzählig vielen Glasbecherchen, bestaunte einen hellwachen Butterautomaten und Eierlei in verschiedenen Farben und stärkte sich für all das, was der noch so junge Tag für sie bereithalten wollte. Seltsame Menschen mit quergestreiften Verbindungen umgaben sie und saßen rechts und links von ihnen. Ein getigerter Stubenkater durchbrach das graue gestreifte Einerlei-Muster und schnurrte sie derart froh an, dass er ebenfalls Platz an ihrem Tisch nahm und dem gepudelten Vierbeiner der quergestreiften Verbindungen ziemlich gelassen thronend die Hausrechte absprach.

      Kaum hatten sie dem Stubenkater Adieu gesagt, packten sie ihr Bündel und begaben sich auf der Suche nach dem Drei-Burgen-Weg hinauf durch die Wingert, vorbei an des Nikolaus‘ Kapelle. Dem Deuter folgten Herr und Frau Tatonka und die Ospreys hinein ins Piertchen, ins nicht ganz so dichte eher undichte Kiefernwäldchen. Auf der Suche nach der ersten Burg wanderten sie über Stock und Stein und stolperten über so manches Exemplar des gemeinen grünen stacheligen Keschten-Igels. Alsbald tauchten vor ihnen die Ruinen der ersten Burg auf und luden ein, sich auf jahrhundertealte Entdecker*innenreise zu begeben, auf den Spuren derer, die auch hier vor vielen vielen Jahren den geflammten Kuchen in den unteren Öfen der Burg zu backen wussten. Nachdem auch der letzte Winkel der Burg besichtigt wart und das holde Burgfräulein aus seinem tausendjährigen Schlaf nicht aufzuwachen vermag, zogen die A- und B-Hörnchen weiter den Wald hinauf, vorbei an hornissenhaften Bäumen mit waldreicher Aussicht, über diverse sagenumwobene Sandsteinplateaus hin zu des Martins hohem Turm.

      Nachdem sie nur knapp einer Unfallquerung mit bergabrasenden Zweirädern entkamen, erklommen sie den Turm mit seinen gefühlten milljuhnen Stufen. Des Martins Turm erwies sich als sehr weiser Turm, der ihnen mit Freuden die Weite des umliegenden Landes zu erklären und benennen wusste. Ganz besonders entzückt war des Deuters Gefolge – die Trierer Heimatregion in memoriam eines ziemlich schrägen Filmes feiernd – mit Blick auf ein kleines Örtchen namens Freckenfeld: Freck langsam….!

      Und so stiegen sie wieder hinab und der Weg führte sie alsbald wieder hinauf auf die Stäämännlhöh. Nachdem sie auch diese Sprachbarriere zu überwinden wussten, verstanden sie, was ihre nächste Herausforderung des Tages sein sollte: Sie bauten sogleich auf der Höhe steinreich mit, fanden nach einigem Suchen die passenden Wackelaugen und setzen sie gekonnt landschaftlich in Szene, dekorierten und maskierten was der Wald hergab und waren ganz entzückt op ihres bunten Herbststäämännls. Nach getaner Arbeit vernahm man allerseits vermehrt ein leises Magengegrummel über den Höhen und so beschlossen sie, sich dem noch ausstehenden gezwetschtgen Kuchen zu widmen. Und wiederum landeckten sie auf der Burg, banden ihre nicht vorhandenen Pferde im doch vorhandenen Burggraben an und begaben sich in den Innenhof, vorbei an quergestreiftem Allerlei – Kaffee un Koochen! So saßen sie da, speisten und tranken und fühlten sich selbst zeitreisenversetzt wie kleine Burgherren und -fräulein inmitten der altehrwürdigen Mauern.

      Zum anschließenden Verdauungsspaziergängchen rief die kleine, aber feine Turmbesteigung. Das Angstloch geschafft, ging es hinauf in schwindelerregende Höhen – auch ohne 200kg Kettenhemdchengewicht eine wohlgenügende Anstrengung nach der verdienten Pause. Nachdem sich das Völkchen im Innenhof wieder gesammelt hatte, führte der Deuter sein Gefolge eine ziiiiiiemlich weite Runde quer durchs Unterdickicht zurück Richtung Herberge. Der Panoramapfad entpuppte sich in weiten Teilen als eher blickdicht und erst in Fast-Tallagen eröffnete er ihnen seine Fenster: Zwischen den Wingert winkte ihnen ein Gesteinsfernseher mit entspanntem Programm, dem sich der gedeutete Fred Feuerstein und Kollege Barney Geröllheimer für eine Steinzeitlänge hingaben. Nach kirchlichem Intermezzo kamen sie alsbald wieder im Stiftsgut an und gönnten sich ein zu Herzen gehendes Ruhepäuschen.

      Wohlgeruht und ausgeruht machten sich die A- und B-Hörnchen des Abends ausgehbereit und folgten des Fuchsens Ruf in seinen Bau. Sie nahmen wiederum an einer Tafel Platz und erfreuten sich der Speisekarte, die omahafte Küchendüfte verbreitete, so dass die kulinarische Entscheidung nicht die leichteste des Abends werden sollte. Auch eine scheue Rebe lugte aus der Karte heraus und fand ihren Weg alsbald in Form einer ….räusper… mehrerer Flaschen auf den Tisch und sodenn in die Gläser – ein klingendes Prosit auf einen famosen Wandertag! Während sie anstießen und aßen und sprachen, drangen Worte über spritsparendes Fahren auf kurvenhaften Landstraßen an ihr Ohr und man*frau lauschte etwas befremdlich den dialekthaften Weissagungen älterer Herrschaften. Diese wurden glücklicherweise bald vom an die Fensterscheiben des Fuchsbaus prasselnden Regen abgewischt und ein rostiger Ritter rief zum Nachtisch, für dessen Gefolge nach einem üppigen Mahl doch noch ein Plätzchen in den unteren Magengegenden freigeräumt werden wollte. Wie gewohnt und über Jahrzehnte eingeübt brach die Gruppe “um Halwer” auf und verließ den Fuchsbau Richtung Heimatbau und fiel glückssatt und sowieso rundumsatt ins Bett. Nachtn!

      Neuer Tag, neues Wanderglück – ein quergestreiftes Nicht-Verbindungsfrühstück und eine B-Hörnchen-Verabschiedung später und weiter geht die Reise ins Dahner Felsenland! Kaum verließen der Herr Deuter, Herr und Frau Tatonka und die übrig gebliebenen beiden Ospreys den Parkplatz, schlugen sie wider Erwarten nicht den Rentnerpfad ein, sondern schwangen sich schwungvoll den ersten Anstieg hinauf zum Jungfernsprung und wurden mit einer famosen sandsteinsagemumwobenen Aussicht auf das Tal belohnt. Der Weg führte sie auf Sandsteinpfaden inmitten durch das Land der Heiden…ähm der Heide, vorbei an dialektsprechenden ziemlich aufgeschlossenen und vor Wandertipps sprudelnden Menschen, ruff un widder roab, vorbei an Pilzen und Moosen und ziemlich viel Geläntttttter – es herbstelt auf dem Elwetritsche Pfad!

      Die hoi Maggoi folgten auch ohne Maggi vertrauensvoll ihrem (Sternen)Deuter, der sie über den Lachberg hin zu den 99,999999 Stufen des Römerfelsens führte. Und wie es sich für ein Bergvolk gehört, musste auch hier der Eintrag ins Gipfelbuch folgen nachdem der Gipfel um so ziemlich plus minus Halwer erreicht worden war….. Berg Heil! Darauf noch einen Keks!

      99,999999 Stufen später waren sie sodann wieder geerdet und führten ihre Wanderreise fort Richtung Neugierfels – und es herbstelte weiter und der Deuter deutete und die Ausblicke blickten aus und die Wander*innen wanderten und die Abstiege stiegen ab und der Hunger hungerte. Und wie könnte man*frau auch den Pfälzer Wald ohne zünftigen Besuch einer Pfälzer Wandervereinhütte verlassen? So ziemlich gar nicht! Also deutete der Deuter ihnen noch einmal den Weg über des Herrn Eisel Pfad, durch Talschneisen vorbei an einem ziemlich großen Vollpfosten hinauf zur Hütte. Ein dominanter Sauerkrautduft umhüllte Wald und Flur und ließ das Ziel in riechbare Nähe rücken. Sodann nahmen sie ihr letztes Festmahl inmitten des Waldes ein: Neben inkultivierten Maultauschen wartete ein etwas größer gewachsener Saumagen darauf, begutachtet und verzehrt zu werden, der größenportionstechnisch mehr als genug bat. Mehrere Traubensaftschorlen später wartete der Abstieg auf, der auf den letzten Metern noch in einen feinen Regenguss mündete – all-inclusive ist eben all-inclusive. Pünktlich um plus minus Halwer erreichten sie endlich nassen Fußes ihr trockenes Gefährt und machten sich wieder auf die Heimreise, zurück auf ihren geliebten Hochwälder Berggipfel inmitten des bekannten Heimatlandes.

      …scheen woar et – villmols merci für dat quant Wochenend!

      Ich wünsche euch schöne goldene Oktobertage – bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith

    • Auszeit unter Segeln – Mee(h)rzeit!

      Ahoi und Goeden Dag!

      Nach einer Woche Auszeit unter Segeln auf dem Ijseelmeer und dem holländischen Wattenmeer bin ich wieder im Heimathafen gelandet. Auch nach zwei Tagen mit festem Boden unter den Füßen schwankt mein Köpfchen noch ordentlich. Während die Seegang-Toleranz in diesem Jahr äußerst hoch angesiedelt war und es keinerlei Beschwerden an Bord gab (mit Ausnahme etwas verengter Platzverhältnisse bei einem laufenden Meter 85), hat die Landkrankheit derweil Einzug gehalten. Schon seltsam, wenn das eigene Sofa schwankt und die Bilder an der Wand auch eine gewisse Wanderschaft nach oben und unten üben. Vielleicht will mir mein Kopf aber auch leise mitteilen, dass das Fernweh noch nicht gestillt ist – denn: nach dem Reisen ist schließlich vor dem Reisen!

      Der liebe Petrus hat es in diesem Jahr besonders fein mit uns gemeint: Nachdem in den vergangenen Jahren meist Regen und Wind- und Sturmböen in unschönen Höhenlagen auf uns niederprasselten und für ein gutes Magentraining sorgten, gab es in diesem Jahr die gesamte Wetterpalette von Sonnenschein bis hin zu – ihr ahnt es schon – Sturmböen am letzten Tag! Ohne können wir dann doch nicht segeln. Aber zum fünfjährigen Jubiläum darfs ja auch schon mal meehr sein.

      Nun denn. Mein Schlafsack absolviert gerade seine wohlverdiente Lüftungskur auf Balkonien und auch der Lockenkamm hat immerhin die ersten Entwirrungsversuche nach einer Woche hardcore-Wind-und-Sturm-Lockenchaos hinter sich, die Erfolge werden langsam entworren sichtbar…..autschn. Und nun sitze ich hier mit hochgelegten Beinen, klicke mich durch Unmengen an Fotos und inneren Bildern und lasse die Tage auf See noch einmal innerlich in mir nachklingen. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und Schauen der neuen lebens.verbunden-Post!

      Den ausführlichen Bericht könnt ihr in der neuen Ausgabe lesen (hier geht’s zur Anmeldung). 

      Ich wünsche Euch schöne Septembertage mit genügend weitem Raum unter euren Füßen! Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden! Judith

    • Spätsommergeschichten in Tallagen und auf Berggipfeln

      unterwegs auf dem Seeweg mit Blick auf den Schwarzsee (Montafon)

      Salut und viele liebe Grüße aus dem Ruwertal,

      hier kommt eine neue lebens.verbunden-Post, diesmal in spätsommerlichen drei Akten und einigen Leseseiten bild- und wortreicher Lebensverbundenheit mehr als sonst. Den ausführlichen Bericht könnt ihr in der neuen Ausgabe lesen (hier geht’s zur Anmeldung). Hier folgen nun ein paar Bergimpressionen:

      „Manchmal muss man in sich hören,

      manchmal muss man gehen,

      neue, fremde Wege wagen,

      denn sonst bleibt man stehen.

      Ehrfurcht, Demut, staunen lernen,

      sehen wie ein Kind;

      dass wir alle so verschieden

      Gottes Kinder sind.

      In den wilden Bergen oben,

      sehen die Kirche der Natur –

      all das habt ihr uns ermöglicht

      und hier stehen wir:

      Manchmal muss (will) man Danke sagen

      für das tolle „WIR“.

      ….pfüat di!

      Das Leben in all seinen Facetten habe ich in diesen Tagen gespürt und Menschwerdung und inneres Wachstum erfahren dürfen – bei mir und bei anderen. In diesen Tagen waren meine Gedanken oft bei einer mir fremden und doch so eng verbundenen Frau aus Frankreich: Heute vor fünf Jahren habe ich Stammzellen für sie gespendet. Auch wenn wir uns nie persönlich kennenlernen werden, würde ich es jederzeit noch einmal tun, um jemand anderem die Chance auf Heilung und Leben zu vergrößern.

      Lasst euch auch registrieren und werdet selbst zu potentiellen Spender*innen!

      Und meldet euch gerne, wenn ihr Fragen habt oder mehr dazu wissen wollt – ich erzähle euch gerne von meiner Stammzellspende.

      In diesem Sinne: Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith

    • Alletage-Sommermomente in heimatlichen Gefilden

      Ein herzliches sonniges Salut und viele liebe Grüße aus der Alletage-Sommerwelt von Balkonien!

      Nach Wochen des Unterwegs-Seins und dem permanentem aus-dem-Rucksack-Leben war ich doch nun tatsächlich mal wieder ganze drei Wochen am Stück zuhause – sehr zur Freude meiner Wohnung, die beinahe schon eine Vermisstenanzeige aufgegeben hätte, vom Briefkasten ganz zu schweigen. Während viele gerade ihren Sommerurlaub in fernen Gefilden verbringen und aus den Alltagswelten flüchten, erzählt diese neue Ausgabe der lebens.verbunden-Post von kleinen und großen Alltagsgeschichten dieser Tage. Nicht nur aufgrund der unglaublichen Temperaturen, die täglich eine neue Herausforderung für den frau-eigenen Kreislauf bieten, folgen diese Sommertage einem langsameren Puls als sonst – tausche allegro gegen andante. 🙂

      Während mein Kalender ruhigere Tage mit wenigen Terminen verspricht, genieße ich es, die vergangenen so gefüllten Wochen in meinem Kopf und auf dem Schreibtisch zu sortieren und Raum für neue Kreativität und neue Ideen zu schaffen. In den freien Stunden bieten eine zeitvergessene Momo und Etty Hillesum (im mittlerweile dritten Anlauf, Asche auf mein Haupt!) Lesesommermomente – welch ein beinahe vergessenes Vergnügen!

      Und da sich ja bekanntermaßen auch hier fein wandern lässt, hat es mich (nicht nur zur Vorbereitung auf die nächsten Pilgertage) in den vergangenen Wochen immer wieder in die bizarren Felsenlandschaften der Südeifel und der kleinen Luxemburger Schweiz gezogen. Auch bei hohen Temperaturen lässt es sich dort mitten im Wald unter noch grünem Blätterdach zwischen den Felsen prima aushalten. Die Bilder dieser lebens.verbunden-Post geben euch einen kleinen Eindruck von diesem herrlichen Fleckchen Erde – und wollen dazu einladen und Abenteuerlust wecken, diese Welt einmal selbst zu erwandern und zu entdecken!

      Meine persönlichen Ein-, Aus- und Ansichten aus den sommerlichen Alltagsgefilden:

      • Wenn Klein-Patenkind mit einem bis hinter die Ohren schoki-verschmierten Gesicht im Türrahmen steht und dir lauthals und freudestrahlend verkündet, dass es jetzt Urlaub hat – zu köstlich! Im Klang der Stimme des Dreijährigen waren die mindestens fünf Ausrufezeichen mehr als deutlich hörbar. So klingt Prioritätensetzung und Lebensweisheit aus einem Kindermund. 🙂
      • Es klezmert! Projekttage mit klingenden Menschen und noch tiefer nachklingenden Mittagspausen geben einen frohen Vorgeschmack auf das, was da noch kommen und klingen mag…..con anima, merci!
      • Auf Pilgervortour bei soliden plus deutlich mehr als 30 Grad in südeifeler Hang- und Sandsteinlagen trifft frau zwei Herren aus des Nachbars luxemburgischem Ländchen:

      „Moien! Dir sidd d’Fra op der TV!“ „Ähm, nee….?“ „Jo, jo, déi Fra, déi ëmmer alles erkläert.“ frau innerlich: Ich versuche mich schon an Welterklärversuchen, aber defintiv nicht im Luxemburger TV – wobei, lass kurz überlegen….wäre vielleicht eine durchaus lukrative Abwechslung zum alltäglichen Allerlei… aber: “Nee, ech sinn et net.“ „Oh, entschëllegt, dann hunn ech dech verwiesselt.“ „Net schlëmm, kann jo passieren.“ „Hutt dir eng Doppelgänger?“ „Ähm, nee….net datt ech weess…“

      …auf gefühlte hundert Frage-Antwort-Duelle im lëtzebuergesch-houwäller-Platt-Sprachenmisch-masch folgten alsbald noch Wandertourenvorschläge für mindestens weitere 30 Tage – wenn das mal keine grenzüberschreitende Kultur- und Sprachenverständigung ist! Die kann nur noch von einem Wassertretbecken-Telefonat mit rhoihessischer Sprachgrenzerweiterung getoppt werden. Und da soll frau mal abends heimfahren und sagen, sie hätte an einem hundsgewöhnlichen Wochentag nichts erlebt…

      • Einen neuen Schlafsack braucht frau – und der ist nach gefühlten Milljuhnen Warte-Lieferzeiten dann auch endlich da. Motto des Schlafvergnügens: „Wherever you go, live your dreams!“ Angesichts dieser heißen Temperaturen plädiere ich eher für „sleep your dreams!“
      • A pro pro heiße Sommertemperaturen: In diesen Tagen mutiert frau zur nachtaktiven Eule – über Tag ist selbst das Plätzchen auf Balkonien zu viel für den Lockenkopf. Es sei denn, geplante und ungeplante Eisgeschichten warten auf, da muss nicht mehr lange verhandelt werden. 🙂 Der Weg ins Städtschie will ja schließlich belohnt und – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgekostet werden. Und ein nachmittäglicher oder spontaner Abendspaziergang Richtung Eisdiele geht ja immer.
      • Der liebe Petrus hat in seinem Jahreszeitenspiel den Ruwer-Randstreifen wohl aus dem Regenprogramm herausgenommen. Angesichts dieser Steppenlandschaft ist die Freude ob der Biokiste, die da immer noch wöchentlich kommt, nicht zu bremsen. Welch Wunder, dass da draußen überhaupt noch irgendetwas wächst und die Farbe grün besitzt!
      • „Stil ist mehr als das Ende eines Besens!“ – Wie auch sonst ließe sich ein wunderbarer lass-uns-in-den-Geburtstag-hinein-Feiern-Abend bei Freunden besser in einem Satz zusammenfassen? Schön war’s, Lachmuskeltraining und Horizonterweiterung inklusive!
      • Wandertour Nummer zwei für die Woche endete in einem feinen Sandsteintreppen-Salto im Fast-Spagat mit Beinahe-Fußbruch und fliegender Kamera….ein Hoch auf die halbwegs trainierte Fußgelenkmuskulatur! Und den Laub-Landeplatz für die Kamera. Ich sah mich schon wieder das Saarburger Krankenhaus um mehrere Tonnen Gips erleichtern – vielleicht reichen die absolvierten fünf Armbrüche aber auch einfach mal als lebenslanges Kontingent aus….tief durchatmen, danke!
      • Spontaner Besuch aus der Schweiz mit tief- und nachklingenden Gesprächen nach einem gefühlten Jahrzehnt – das nenne ich ja mal einen fulminanten Wochenauftakt!
      • Wunderlampen – mehr noch als das Essen, bieten die Gespräche nicht nur Wiedersehensfreude, sondern führen auch einmal quer durchs Wunderland…wen wundert’s?
      • Die besten Pilgervortouren sind wohl die, die zum Sonnenaufgang starten und enden, wenn der Rest der Welt gefühlt erst aus dem Bett aufsteigt.
      • Das Flattern des Sonnensegels lässt die Vorfreude auf die Segelwoche langsam anklingen. Mal gespannt, ob das wieder eine Gummistiefelwoche an Bord gibt oder wir doch ausnahmsweise mal das Sonnenlos gezogen haben……Wetteinsätze werden noch angenommen!
      • Was war das? Hört ihr das auch? Kaum zu glauben, es hat tatsächlich mal einen Regenguss von oben gegeben! Frau hat schon fast vergessen, wie sich ein Regentropfen-Prelude gen Fensterscheiben anhört. Da lockt der Lockenkopf – und es zieht frau zu einem spontanen Barfußtänzchen raus auf Balkonien….herrlich!
      • Männerchörchenprobe an lauem Sommerabend mit weit geöffneten Fenstern – ungefähr so klingen Sommerserenaden! „Frieden sei dieser Welt beschieden!“ – Wie fein wäre es, wenn der Frieden aus deutlich mehr als dem bloßen Austeilen von Friedens-Notenblättern bestünde? Fangen wir im Kleinen schon mal an.
      • Ein freies Wochenende – auf nach Postkartenlandia!
      • Herzlichen Glückwunsch zum 30. Geburtstag, kleiner Bruder, und ein lebensverbundenes Prosit gen Himmel! Lieber hätte ich hier unten mit dir angestoßen und in diesen Tagen das Leben gefeiert.

      Und eines Nachmittags flog – getragen von einem warmen Sommerlüftchen – die Geisttaube vorbei und ließ sich unter den Weiten des Sonnensegels neben mir nieder, legte ihr Köpfchen schräg in den Nacken, schaute mich erwartungsvoll an und ermunterte mich, endlich das auszuprobieren, was ich schon so lange immer mal machen wollte, aber aufgrund gefühlt hundert anderer Sachen, chronischen Unterwegsseins, Corona-Müdigkeit und sowieso nie begonnen habe. Und hier seht ihr das vermeintliche Schnipsel-und-Wortfetzen-Chaos….

      ….. samt chaos-kreativem Ergebnis, das aus dem Nachklang der Begegnungen und Erlebnisse der vergangenen Wochen erwachsen ist und da noch weiter werden will. Dieses könnt ihr in der aktuellen Ausgabe der lebens.verbunden-Post nachlesen. Hier geht’s zur Anmeldung.

      Ich wünsche euch schöne August-Sommertage mit viel Erholung, Lebendigkeit, Wanderwundern und Gesprächen im Gottesgarten! Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith

    • Die Bergziegenprüfung ist bestanden, der Sommer kann kommen!

      Voilà – es ist vollbracht! Nach mehreren Trainingslagern in den Bergen, auf den Bergen und am Fuße der Berge sowie in diversen Mittelgebirgs-Hügelklassen und im Innenleben von Literatur-Schreibtischbergen habe ich meine erste offizielle Bergziegenprüfung nun bestanden – und das trotz so mancher Kopfkarussellrundfahrten und noch immer lädierten Lungenflügeln….(noch) nicht zu fassen!

      An dieser Stelle sei ein herzliches Dankeschön meinen beiden überaus ambitionierten Kollegen gesagt, die mir mehr zugetraut haben als ich mir selbst und die mir mehr als einmal einen freundschaftlichen Anstups gaben (zum Glück nur im übertragenen Sinne) und nicht müde wurden, meinem Köpfchen auch zum 384. Mal den Umgang mit einem Kompass zu erklären. Nicht nur mein Orientierungssinn bedankt sich dafür. Ebenso ein großes Danke allen anderen, die so viel Rückenwind in den letzten Tagen gen Allgäu geschickt haben! 🙂

      Bei gefühlten 24-Stunden-Dauer-Lerntagen während der Ausbildungswoche habe ich sage und knipse nur eine handvoll Bilder gemacht – das will was heißen! (Diese Bilder müssen natürlich unbedingt in diese Ausgabe, für Qualität diesmal keinerlei Gewähr, ihr seht es mir nach!). Gott sei Dank ist auch der Humor gegen Ende der Woche wieder zurückgekehrt – und so gibt es hier einen kleinen Rückblick:

      • Als mehr oder weniger einziges Nordlicht inmitten von Bayern, Schwaben, Franken und Co. sollte ein Sprachkurs grundlegender Bestandteil jeder Ausbildungswoche sein. Jenseits des Weißwurstäquators soll frau sich auf die Schnelle zurechtfinden….griaß di!
      • Wolkige Abendeinheit mit Cumulus congestus, Nimbostratus, Cirrocumulus und Co – da haste das Wolkenchaos, willkommen im Ratespiel! Zum Glück haben in den eigenen hinteren Hirnwindungen doch noch ein paar Überbleibsel eines Latein-LKs überlebt, die die Trefferquote leicht erhöhen.
      • Wolkenkurzfazit: Federnde schwebende Schäfchen sind ok, bei nahender Kaltfront bleibst du besser im Haus und isst Kaiserschmarrn. Keine Diskussion.
      • Der Kompass und ich – rückwärts und seitlich einschneiden. Und oben ähm nördlich und sowieso und überhaupt. Und selbst wenn frau den Planzeiger zur Hand hat, will das nicht heißen, dass auch ein Plan da ist. Und was sind schon zwei Kartenmillimeter unter Wanderkolleg*innen so lange der Maßstab passt?
      • Paradedisziplin Natur- und Umweltbildung. So lange es seeeeehr eindeutig und markant blüht, geht der Punkt auf mein Konto. Nach dieser Woche hat sich mir zumindest die Orchideenwelt soweit erschlossen, dass wir uns halbwegs ohne Buch beim Vornamen begrüßen können. Sogar international, dem Türkenbund sei dank! Die Gras- und Gedönsfamilie bekommt auf die nächsten Jahre hin gesehen noch eine bis mehrere Chancen, lateinische Vor- und Zunamen sind dabei allerdings grundsätzlich ausgeschlossen.
      • Diese blumige Paradedisziplin kann nur noch von der Tierwelt geschlagen werden, da schlägt das Herz der Vegetarierin höher! Erkenntnis der Woche: Gämsen tragen Maske – und das mit Stil und ganzjährig, auch außerhalb von Pandemiezeiten. Zum Glück ging die Prüfungsfrage bezüglich Lebendgewicht und Speisekarte an mir vorüber….
      • Auch der beste Bergkäse kann im Rucksack bei diesen Temperaturen nicht spurlos mitgetragen werden. So gibt’s auf dem Gipfel halt Kochkäse. Wenn anders, so doch auch lecker.
      • Und wenn wir gerade beim Speiseplan sind: Auf diese Bergwoche folgt definitiv eine Müsliriegel-Abstinenz! Der Bedarf ist für die nächsten Wochen mehr als gedeckt.
      • Laut Ausbildungsleitung befinden wir uns mitten in der Welt der kleinen Allgäuer Grashügel. Die Betonung liegt auf „klein“. Unabhängig von Gras, Geröll oder Schrofen – die feinen tausend Höhenmeter im Aufstieg (ganz geschweige vom Abstieg) spüren die Füße am Ende des Tages trotzdem. Bei diesen Sommertemperaturen sowieso.
      • Rautek-Griff, Stocktrage und Hubschrauber-Einweisung will geübt sein – und schon im Üben hofft frau, dass dies eine bloße Theorie bleibt und im Unterwegssein nie gebraucht werden muss.
      • Prüfungstechnisch reicht es jetzt vorerst mal wieder für einige Zeit. Definitiv. Daran ändert auch ein bayrisches Nach-Prüfungs-Bier am Lagerfeuer nichts.

      Fazit: In sieben Tagen hat auch das Nordlicht bewiesen, dass es kein Konditionsschwammerl ist…die nächste Bergtour kann kommen!

      Mit dieser Ausgabe der lebens.verbunden-Post verabschiede ich mich nun in eine sommerliche Pause, in der mein Köpfchen sich sortieren und neue Ideen sammeln kann. Anbei gibt’s noch einige Impressionen aus der Ausstellung „Alltagsmenschen“, die mir per Zufall bei einem Besuch in Koblenz begegnet sind….vielleicht findet ihr euch ja wieder? 🙂

      Ich wünsche euch schöne Sommertage, ob mitten im Alltag oder in allen Tagen, ob zuhause oder unterwegs; sucht Euch ein schattiges Plätzchen und bewahrt einen kühlen Kopf.

      Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith

    • Wanderexerzitien in den südtiroler Dolomiten

      Griasdi!

      Während mein Wanderrucksack endlich seine wohlverdiente Lüftungskur auf Balkonien absolviert, die qualmenden Socken eine Schaumparty in der Waschmaschine feiern und auch der letzte aus den Tiefen des Rucksacks hervorgekramte übriggebliebene Müsliriegel seinen Platz in der küchenschränklichen Warteschlange für die nächste Tour gefunden hat, sitze ich hier mit hochgelegten Beinen, schaue mir die Bergbilder an und lasse die Exerzitientage in den Dolomiten noch einmal innerlich in mir nachklingen. Und weil Bilder manchmal mehr als tausend Worte sagen, ist diese neue Ausgabe der lebens.verbunden-Post diesmal mehr bilder- denn wortreich.

      Los geht’s – schnürt in Gedanken die Wanderschuhe, cremt euch noch einmal ordentlich mit Sonnencremepaste ein, füllt den Rucksack mit Nüsschen, warmer Kleidung und vergesst die Trinkflaschen nicht!

      Und dann wandern wir los, einmal quer durch den Naturpark Fanes-Sennes-Prags, über Stock und Stein, vorbei an Seen und über Blumenteppiche, bergauf und natürlich auch wieder bergab – denn nach jedem „Berg Heil“ ruft ja bekanntlich eine Hütte.

      Ein- und Ansichten nach einer Woche Wanderexerzitien:

      • Warum muss Südtirol auch gefühlte hundert Autostunden entfernt liegen? Zum Glück sind nach den ersten Schritten in dieser fantastischen Bergwelt die Autostunden schnell vergessen.
      • Einschlafen mit Kuhglockengeläut will auch gelernt sein. Vor allem dann, wenn die vierbeinigen Damen auf der Wiese gefühlt die ganze Nacht unter deinem Fenster liegen und beim Wiederkäuen nicht den (musikalischen) Takt halten.
      • Der Wanderrucksack – und täglich neu beginnt das Tetris-Pack-und-Suchspiel! Wo war nochmal……?
      • Der erste Anstieg – und die lädierten Coronalungenflügel werden gleich mal auf die Probe gestellt. Wohl dem, der da durchatmen kann…
      • Wandern ist irgendwie wie nach Hause kommen – mit jedem Schritt in die Weite der Berge bahnt sich ein Weg durch die innere Gebirgslandschaft.
      • Tourenplanung deluxe: Wohin gehts denn heute? Nehmen wir den freistehenden Backenzahn! Wie auch immer der Berg richtig heißt, ihr wisst schon….
      • Wenn das Gewitter schneller um die Ecke kommt als frau denkt – tief durchatmen, Beine in die Hand und Abstieg! Danke, lieber Petrus – es war fünf vor 12! Auf den Schreck muss erstmal ein Apfelstrudel her. Und der schmeckt im sicheren Trockenen heute besonders gut.
      • Kuhfladen-Slalom ist eine nicht zu unterschätzende Bergdisziplin…..pratsch!
      • Col Toronn oder die Schildkröte. Zu gut luxemburgisch auch Deckelsmouk genannt. Wohl dem, dessen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind! Wie dem auch sprach-auswahltechnisch sei: Ein Meditationsstündchen auf dem Deckel der Kröte in Ehren kann frau nicht verwehren. 🙂
      • Auch Regenhüttennachmittage wollen gelernt sein.
      • Holunder.Schorle.BIG. Oder: Blackcurrant.Schorle.BIG. Mit rotem Faden lässt sich besser durch den Abend kommen.
      • Täglicher Höhenmetermessvergleich: Irgendwie muss sich ja auch hier der laufende Meter 85 bemerkbar machen.
      • Es gibt Begegnungen, die du nicht wirklich vollumfänglich sehen und erleben willst…. mit Räuber Hotzenplotz zum Beispiel.
      • Zwischen Spinatknödeln, selbstgemachter Pasta und anderen kalorienhaltigen Freuden darf ein Bergtag ruhig ausklingen – auf die verbrannten Kalorien, die da wieder Einzug halten wollen!
      • Der Bildungscharakter von Tischgesprächen ist nicht zu leugnen.
      • Es wacholdert und hollert ganz schön im Hütteninnenleben – ein Prosit auf den letzten Abend und die Woche! Und überhaupt.

      „….nachdem ER zu ihnen und mit ihnen gesprochen hatte, stiegen sie wieder hinab aus den Bergen und gingen hinein in ihr alltägliches LEBEN. Die Begegnungen und Erlebnisse der vergangenen Tage erfüllten ihr Sein, sie spürten, dass sein liebevoller Blick weiterhin auf ihnen ruhte, sie trauten sich, ihrer Sehnsucht weiten Raum zu schenken, sie ahnten, dass Anderes auch möglich sei, sie übten sich weiterhin geduldig im Lassen und öffneten ihr Herz, damit Neues wachsen möge.“

      ….buen Camino! Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith

    • …von Dauer-Ohrwurm-Schleifen und zaunblickhaften Zeitreisen durch die Welten…

      Gudde Moien!

      Der Sommer kündigt sich mit wehenden Fahnen ähm Sonnensegeln an und die Temperaturen lassen eine heiße Vorahnung dessen aufsteigen, was da in den nächsten Wochen noch so kommen mag – das kann ja Eis werden! Nachdem ich meinen Sommerplatz auf Balkonien in einem schattigen Plätzchen zwischen blühenden Kornblumen, rotwerdenden Erdbeeren, den zarten Düften von Madame Lavendel und anderen blühenden Blumen, deren Namen ich (noch) nicht kenne, eingerichtet habe, sind das doch die optimalen Rahmenbedingungen, um eine neue lebens.verbunden-Post auf Reisen zu schicken. Und während Herr Rosmarin noch mit Frau Pfefferminzchen über das alltägliche Kleinerei debattiert, schreibe ich hier schon mal die ersten Zeilen – Los geht’s!

      In dieser neuen Ausgabe möchte ich Euch mein persönliches Best of der vergangenen Wochen nicht vorenthalten: Nachdem Petrus das Land über Pfingsten mit ordentlich Regen gesegnet hat und Klein-Patenkind der festen Überzeugung war, unbedingt auf “Schnecken-Jagd” gehen zu müssen, grüßt das ach so verschlafene Murmeltier an einem Pfingstdienstagmorgen und grinst dich fröhlich um die Ecke an. Pandemiebedingt ist der Winterspringhüpfschlaf diesmal um ganze zwei Jahre verlängert worden. Und so hieß es dann auch 2022 nach gefühlten Ewigkeiten endlich wieder: “Willi, hei komme mir!” Da simma dabei, dat is priiiiiiima….!

      Doch spulen wir einmal zurück in der Geschichte dieses etwas verrückt anklingenden grenzübergreifenden und manchmal auch (im wahrsten Sinne des Wortes) grenzüberschreitenden Völkchens, das sich links und rechts der Sauer vor so circa ungefähr kopfrechnerisch mehr oder weniger zwanzig Jahren plus minus in einer ach so heiligen lauwarmen Route EchterNACHT mit einem Sprangprëssessiouns-Ohrwurm in Dauerschleife infizierte und seit dem nicht mehr von diesem Päischten Dënschdeg zu Iechternach lassen kann. “Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder!” trifft auf dieses vierblättrige Kleeblatt jedenfalls nicht zu. Also im pauschalen Großen und Ganzen nicht. An der Feinjustierung lässt sich arbeiten, ebenso an der Form, denn frau*mann geht ja mehr oder weniger mit dem Zeitgeist. Und da Kleeblätter auch nicht jünger werden, startete die höchstpersönliche Route Echternach im sagenumwobenen Jahr 2022 dann auch altersgerecht angepasst an einem Morgen und nicht mehr um Mitternacht. Und in vierer-Kleeblatt-Besetzung statt inmitten jugendlicher Firmscharen.

      Und so schreiben wir jenen Päischten Dënschdeg anno 2022, der wie auch die vielen anderen nicht mehr oder weniger in die Geschichtschroniken eingehen wird. Wir begeben uns in das Tal der Sauer, wo das Geschehen an diesem Morgen seinen Lauf nahm. Und – wie könnte es auch anders sein – begann auch dieser Morgen wieder mal mit der Überwindung etlicher Sprachbarrieren, die zwischen Maulkörben und Abkürzungsgekrakel im Tafelkreidestil auf T-Shirt-Vorlagen schon vor der neun auch die hinteren Gehirnwindungen zu einer ordentlichen Morgendenkgymnastik einluden.

      Nachdem der Maulkorb dann als Maulkorb erkannt wurde und auch der Uhrenvergleich zwischen den Ländchen diesseits und jenseits der Sauer einem harten Prüfstand unterzogen wurde, packte das Kleeblatt sein Bündel, schnallte die Birkenstocksandalen und begab sich ohne Herrenhandtäschen und unter den Blicken irritierter und amüsierter lokaler Blumendekorateure sur le pont. Und sogleich erhielten sie ihre erste Lektion des Tages: Bus ist nicht gleich Bus und sechs nach neun ist und bleibt sechs nach neun. Nun denn – hinein in den Bus und auf nach Echternach!

      Kaum war der luxemburgische Morgenstern in Sichtweite, verließ das Kleeblatt auch schon den Bus und begab sich auf gepflasterten Wegen mitten hinein ins Pilgerstädtchen. Als sie die Spitze des Turms der Basilika sahen, erschallte bereits ein ziemlich lautes und dumpfes “Geeeeeeeeeeeeeeegrüßet” durch die Gassen. Kurz zuckten sie zusammen (denn sie waren ja nicht wirklich gemeint), erdeten sich neu und schritten gemütlich – ab durch die Mitte – gen Abteiplatz, mitten hinein in das Pfingstspektakel! Und es dauerte nicht lange, bis der Sprangprëssessiouns-Ohrwurm an ihnen vorbeirauschte, sie erfüllte und sie von dortan für die kommenden Stunden nicht mehr losließ.

      Auf dem Abteihof tauchte das Kleeblatt ein in den Weltenklang verschiedener Jahrhunderte und Geschichtsepochen. Und sie trafen auf einfach gewandete Menschen aller Generationen in blauen Hosen und weißen Hemden, die sich bereits warmhüpften und deren Sprangprëssessiouns-Ohrwurm ihren Füßen freien Sprung verlieh. Unter ihnen befanden sich ebenso in ziemlich gehäufter Anzahl Herren in wallenden Gewändern, die Schleppe schlurfend ihre brokaten Stickereien angelegt hatten und schreitend spitzgewändrig eckige Hutmoden auf ihren Köpfen trugen. Ein Weihrauchduft umhüllte ihre Erscheinung während auch sie ihren Platz suchten. Die Dame mit der Nummer 19 in der Hand unterbrach jäh ihr Kopfkino und forderte sie mit dem Herrn daneben auf, ihr weißes Tuch zu zücken und sich einzureihen. Und während so manches Köpfchen sich noch innerlich an ein “es liest und übersetzt” erinnerte, fragte sich der Lockenkopf unter ihnen, wer hier wem die hebräischen Leviten zu verlesen vermag und wo genau es bitte zur Übersetzung von überauszeitvergessenkatholisch in Richtung 2022 gehen möge. Ein Mundschutz hätte zumindest zeitweise geholfen, die eigenen Mundwinkel etwas entspannter durch diesen Morgen gehen zu lassen…..

      “Da da dadaaaaa, da daa daa daa daa,….” – Hallo wach, wei gät et loss! Gut hüpf! Inmitten einer holländischen Pilgerschar – wir befinden uns ja immerhin im Herzen Europas – setzte das Kleeblatt sodann zu seinem ersten Sprung an, sortierte seine Füße in alle Himmelsrichtungen und sprang – vorbei an Totalitäten, Eisdielen und Pilger*innen aller Herren und Damen Länder – durch die Straßen von Echternach. Und während die Füße hüpften und der Lockenkopf wippte, wanderten auch die Gedanken aus und gingen auf Reisen bis hin in die Kindheitstage, als das Echternacher Highlight noch ein Besuch mit Oma und Opa “op dem Kirmes-Määrtchen im feinen Ländchen” war und mit einem Eis gekrönt wurde. Und sie sprangen und sprangen und sprangen, über Stein und Stein (ein Stock wurde nicht gesichtet), begleitet vom Wumms so mancher Trommel und dem selbstbewussten Einsatz oder Versatz manches Blechbläsers, bergauf und bergab, trockenen Hauptes durch die Torespforten hinein zu dem, der auch eingeladen hatte: Goude Moien Willi, hei seen ma näis – villmolls merci! Und: fir datt et Fridde gëtt – und nicht nur Friede im Himmel!

      Und was tun Pilger*innen nach dem Pilgern? Rischtisch. Einkehren und speisen. Und da sich auf einem Bein bekanntermaßen weder gut stehen noch laufen noch springen lässt, bedurfte es zeitweise auch zwei Quiche, um wieder auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Der Morgenstern rief alsbald zum Aufbruch und so setzte sich das Kleeblatt wieder in Bewegung und holte den Bus. Nach einer Landpartie und einer Busreise durch ungezählte luxemburgische Dörfchen, vorbei an 15 Briefkästen, 3957 Kühen, Milljuuuuuunen Grashalmen, verwunschenen und freistehenden Häusern und durch verwinkelte Gässchen hatte dann auch der Busfahrer ein Einsehen und setzte das Kleeblatt nach gefühlten 45 Minuteneinheiten sur le Pont kurz vor der sauren Grenze wieder an die frische Luft. Und so packte das Kleeblatt wieder sein Bündel, schnallte die Birkenstocksandalen noch etwas enger und wandelte ohrwurmtrunken zurück an seinen Ausgangspunkt des Tagesgeschehens. Man stieß – natürlich alterskonform – mit einem großen Glas Wasser auf das Erlebte, das da verarbeitet werden wollte, an, ermahnte in lauten Gedanken noch einmal die Lordschaft und verabschiedete sich bis zu einem nächsten Wiedersehen – Nee, wéi schéin an flott dat war!

      Ein pfingstliches Sprangprëssessiouns-Fazit:

      • “Da da dadaaaaa, da daa daa daa daa,….” – es ohrwurmt! Und zwar noch Tage danach. Noch nicht genug gehabt? Dann gibt’s hier noch was auf die Öhrchen.
      • Ausgeschlafen sieht frau mehr von der Welt. Ob sie all das dann auch sehen will, ist eine ganz andere Frage.
      • Der Geist weht, wo er will. Hoffentlich.
      • So manche Spitze ist wirklich die Spitze ähm der Gipfel.
      • Bei einer nächsten Veranstaltung ähnlicher Art springt frau wieder auf der Position links außen, denn dort lässt sich bekanntlich noch besser nach dem Rechten sehen. Kinners, haltet euch immer schön links, sonst fallt ihr vom rechten Spitzenrand herunter!
      • Springprozessionen sind auch eine Form von Konditionstraining für die Berge.
      • Wie immer ist die Welt zu Gast im Ländchen! Manche Menschen trifft frau nur einmal im Jahr – und das im Herzen Europas. Danke, Willi!
      • Trotz so manch erlebter Skurrilität zieht es frau doch immer wieder her – ein Auf- und Ab-Gehüpfe durch den Strom der Zeiten und Generationen. Und Weltanschauungen. Und sowieso. Nennt man – glaube ich – lebenslanges Lernen oder so. Lässt sich in solidarischer Kleeblattbesetzung auf jeden Fall mit viel Humor durchleben und nicht nehmen.
      • Erkenntnis des Tages: Kopfsteinpflaster von althochdeutsch pflastar und lateinisch ausgeliehenem emplastrum oder griechisch klingendem émplastron (….dat Känd woar jo op der déier School!) in einer von gefühlt hundert möglichen Übersetzungen zu gut deutsch Heilpflaster und Wundpflaster – wenn das nicht mal eine Steilvorlage für eine unmögliche Doktorarbeit über die ach so heilpflasternde Wirkung eines Springens in einer fünfreihigen Prozession über Kopfsteinpflaster durch die Straßen eines altehrwürdigen Städtchens im Herzen von Europa und dessen ohrwurmhaltigen andauernden Therapienachklängen ist! Freiwillige vor! Zumindest der Arbeitstitel hätte schon mal genügend Wörter, um später den Status einer wohldurchforschten erkenntnistiefen und erlebnispädagogischen Doktorarbeit zu erlangen.

      ….in diesem Sinne nehme ich für heute die Kurzfassung und durchaus sommerliche Abkürzung:

      In Dei nomine feliciter!

      Genießt froh die frühsommerlichen Tage, vertraut auf des Geistes Wehen, das manchmal so ganz anders daherweht als gedacht, und wagt zaunblickhafte Zeitreisen – Ich verspreche euch, ihr werdet definitv Neues entdecken! 🙂

      Bleibt wohlauf und dem Leben verbunden!

      Judith